Australien-Ozeanien.de > Südsee/Polynesien > Samoa
Reisejahr: 2006

Fa'a Samoa - die Lebensweise der Samoaner

Gesellschaftliche Struktur und Kultur Polynesiens unterscheidet sich deutlich von unserer westlichen. Auf Samoa hat sich diese Kultur allen äußeren Einflüssen zum Trotz bis heute im Prinzip unverfälscht erhalten. Nachfolgend sind nur ganz grob Grundzüge und Besonderheiten des Lebensstils beschrieben, den die Samoaner selber Fa'a Samoa nennen.

Das Grundprinzip der samoanischen Kultur besteht im wechselseitigen Geben, Nehmen und Teilen innerhalb der Großfamilie, der 'aiga. Jeder 'aiga steht ein Familienoberhaupt vor, der Matai genannt wird (und meistens männlich ist). Dieser vertritt die Familie im Fono, dem Dorfrat.

Die 'aiga ist streng hierarchisch aufgebaut, die Aufgaben und Pflichten sowie auch der Umgang untereinander sind genau geregelt. Der Matai (Häuptling) genießt hohes Ansehen und besitzt absolute Authorität. Er regelt z. B. die Verteilung der täglichen Arbeit, die Ausbildung der Kinder, gibt Zustimmung zur Heirat, u. ä.

Das Fono entscheidet über Dorfangelegenheiten und kann z. B. bei Streitigkeiten als Gericht fungieren.

Detailiertere Beschreibung, wie man sie z. B. in guten Reiseführern findet, füllen etliche Seiten.

Welche Konsequenzen hat diese Gesellschaftsform nun für den Besucher Samoas?

Fale und FlammenbaumDer offene Lebensstil zeigt sich zunächst vor allem in den typischen Fales. Familien wohnen wortwörtlich "unter einem Dach". Keine Außen- oder Innenwände schützen vor fremden Blicken. Diese Gebäude prägen das Erscheinungsbild Samoas.

Das Leben nach festen Regeln und gesellschaftlichen Normen duldet keine Individualisten. Selbst individuelles Eigentum ist in dieser Kulturform nicht vorgesehen. Wenn nachts T-Shirts von der Wäscheleine oder Dinge aus einem Beach-Fale verschwinden, wird dies gerne mit dieser uns fremden Einstellung zu "Eigentum" begründet...

fünf SchlawienerGrund und Boden wird ebenfalls nicht von Einzelpersonen besessen. Innerhalb des Clans bestimmt der Matai über die Nutzung des Landes. Auf Samoa sind etwa 80% der Landfläche in Dorfbesitz. Für die Benutzung eines einem Dorf zugeordneten Strandes, Straßenabschnittes oder einer touristischen Attraktion wird man jeweils zur Kasse gebeten. Freies Reisen und individuelle Inselerkundung mit Fotosafarie werden hierdurch stark eingeschränkt. Es gibt selten Hinweisschilder, die Gebühren ausweisen oder gar ankündigen, geschweige denn so etwas wie ein Kassenhäuschen. Lalomanu Beach - UpoluSobald man sein Fahrzeug auch nur kurz irgendwo abstellt und sich einer auf der Straßenkarte eingetragenen Attraktion nähert, muß man damit rechnen, daß sofort jemand aus dem Schatten irgendeiner Hütte auftaucht und die Hand aufhält. Wenn man der Person dann klar macht, man wolle nur ein Foto des Strandes machen und nicht baden, fallen die Gesichtszüge nach unten.

Das klang jetzt alles vielleicht etwas sehr negativ. Grundsätzlich sind die Samoaner (vor allem auch in Apia) sehr freundliche, aufgeschlossene, hilfsbereite und zugängliche Menschen. Sie und ihre Lebensweise etwas kennen zu lernen sollte ein Hauptgrund für die Reise hierher sein.

ein samoanischer "Mülleimer"Die Samoaner halten ihre schönen Inseln sauber. Wir beobachteten allabendlich, wie der (Sand)Boden um die Häuser gefegt wurde. Wie selbstverständlich hebt man einzelne von Bäumen abgefallene Blätter auf. Dieser Hang zur Perfektion ist vielleicht nicht in jedem Dorf gleich stark ausgeprägt (hin und wieder sieht man auf Upolu auch eine Mini-Müllkippe an der Straße). Insgesamt wirkt alles aber ordentlich und aufgeräumt, das gilt besonders für Savaii.


Lavalava als Uniform
Die traditionelle Bekleidung der Samoaner ist der Lavalava, ein Tuch, daß die Frauen wie ein Kleid tragen und die Männer rockartig um die Hüfte wickeln. Der Lavalava sieht bei Männern in der Kombination mit Badelatschen, Hemd und vielleicht noch Krawatte und dunkler Sonnenbrille absolut cool aus!


Und noch eine Auswirkung von Fa'a Samoa auf den Touristen:

samoanischer (geflochtener) PapierkorbWie schon eingangs erwähnt ist die Nahrungsbeschaffung, vor allem außerhalb Apias, nicht ganz einfach. Fast-Food ist eher unüblich, auch wenn eine große amerikanische Kette in der Stadt vertreten ist. Offensichtlich ist es so, daß innerhalb der Familienclans an einer Stelle in großem Stil gekocht wird und man den Rest der Familie hiermit beliefert. Dies haben wir zumindest in unserer Pension so beobachtet. Bucht man Vollpension, wird man laut Berichten anderer Reisender hervorragend verköstigt!

 >> weiter >>


Startseite | Australien: Überblick | Australien interaktiv | Neuseeland | Polynesien
Mediengalerie | sitemap | Linksammlung | Impressum | Kontakt

Copyright © 2004-2016 by Jürgen Bessei. All rights reserved.